Sind E-Lkw mit der THG-Prämie wirtschaftlicher attraktiver?

Wer viel CO2 ausstößt, zahlt mehr. Wer wenig CO2 ausstößt, bekommt mehr. So lässt sich die Treibhausgasminderungsquote vereinfach zusammenfassen. Spediteure können mit der THG-Prämie sparen. Aber lohnt sich nur deshalb der Umstieg auf Elektro?

Der Umstieg auf E Lkw gilt als zentraler Baustein für mehr Klimaschutz im Güterverkehr. Gleichzeitig sind die Investitionskosten hoch. Die THG Quote kann die Wirtschaftlichkeit verbessern.

Rechtsgrundlage und Mechanismus

Basis ist Paragraph 37a Bundes Immissionsschutzgesetz. Mineralölunternehmen müssen ihre Emissionen mindern und können dafür Emissionsminderungen Dritter erwerben – etwa pauschal angerechnete Einsparungen batterieelektrischer Fahrzeuge. Jeder in Deutschland zugelassene E Lkw kann über einen Quotenvermarkter registriert werden. Die Prämie wird jährlich ausgezahlt.

Änderungen ab 2027

Ab 2027 steigt die energetische Anrechnung für schwere Nutzfahrzeuge (M3, N3) von Faktor 3 auf 4. Die gesetzliche Minderungsverpflichtung erhöht sich von 12 auf 17,5 Prozent. Beobachter erwarten dadurch eine steigende Nachfrage nach Quoten.

Beispielrechnung

Eine Spedition mit acht Lkw, davon zwei E Lkw (N3), kann nur diese beiden Fahrzeuge anrechnen. Bei angenommenen 5.000 Euro Prämie pro Fahrzeug im Jahr ergäbe das 10.000 Euro jährlich beziehungsweise 50.000 Euro über fünf Jahre. Diesel-Lkw erhalten keine Prämie und unterliegen der CO2 Maut.

Wirtschaftliche Effekte und Risiken

Schwere E Lkw erzielen wegen hoher Laufleistungen vergleichsweise hohe anrechenbare Emissionsmengen. In starken Marktphasen liegen die Erlöse deutlich über denen von Elektro-Pkw. Die Einnahmen verbessern Liquidität und Gesamtbilanz.

Allerdings schwanken die Quotenpreise teils erheblich. Zudem profitieren alternative Antriebe wie Brennstoffzellen-Lkw nicht im gleichen Umfang von Multiplikatoren. Unternehmen müssen die Prämie zudem als Betriebseinnahme versteuern.

Fazit

Die THG Quote allein entscheidet nicht über die Wirtschaftlichkeit. In Kombination mit Mautvorteilen und geringeren Betriebskosten kann sie jedoch ein relevanter Baustein für den Umstieg auf E Lkw sein.

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